InsurTech-Update Februar 2026
Was passiert, wenn KI nicht mehr nur berät, sondern Policen vermittelt? Warum München für Cyber-InsurTechs an Bedeutung gewinnt? Und welche Rolle europäische Investitionsstrukturen künftig spielen könnten? Genau diesen Fragen widmet sich das Start-up-Radar Update Februar.
Stoïk verlegt deutschen Sitz nach München
Der Cyber-Assekuradeur Stoïk eröffnet einen neuen Standort in München, um seine Aktivitäten in Deutschland weiter zu verstärken und die lokale Präsenz auszubauen. München gilt für Stoïk als strategisch wichtig, weil die Region eine starke Industrie, führende Forschungseinrichtungen und eine dynamische Tech-Szene vereint und gleichzeitig ein zentraler Knotenpunkt der Versicherungsbranche ist. Mit dem neuen Büro will das InsurTech die bisher vorwiegend remote organisierte Zusammenarbeit stärker in ein hybrides Arbeitsmodell überführen und sein Team vor Ort vergrößern.
Cyberdirekt erweitert Produktangebot
CyberDirekt, Anbieter einer digitalen Vertriebsplattform für Versicherungsmakler, erweitert sein Angebot. Ab sofort können auch mittelständische Unternehmen mit bis zu 250 Mio. Euro Jahresumsatz von den Leistungen profitieren. Bislang waren digitale Antragsprozesse und standardisierte Preise für Cyberversicherungen in der Regel nur für Unternehmen bis maximal 25 Mio. Euro möglich. Zudem wird der digitale Marktplatz um ein Angebot an IT-Sicherheitsleistungen ergänzt. Der digitale Marktplatz ermöglicht Vermittlern direkten Zugang zu Beratungs- und Präventionsangeboten für mehr Cyber-Sicherheit ihrer Kunden.
Vectoryx bietet KI-gestütztes Schadenmanagement
Das InsurTech Vectoryx aus Bösel bei Oldenburg bietet im GPT-Store des Chat GPT-Anbieters Open AI ein neues digitales Tool zum Schadenmanagement bei Gebäuden auf Basis Künstlicher Intelligenz an. Mit dem Tool sollen Eigentümer, Bewohner und Immobilienverwalter Gebäudeschäden über eine dialoggestützte Oberfläche erfassen und verwalten können. Die Lösung ermöglicht es bspw. Gebäudeschäden zu melden, Statusinformationen abzurufen oder auch fehlende Unterlagen nachzureichen – direkt innerhalb von ChatGPT.
Allianz investiert in Start-up-Fonds der EU
Der Versicherungskonzern Allianz wird Investor beim neuen Start-up-Fonds "Scaleup Europe" der EU-Kommission. Der Fonds soll insbesondere die Lücke in Europa bei großen Finanzierungsrunden über 100 Mio. Euro schließen. Bislang müssen Start-ups für solche Summen meist außerhalb der EU suchen. Die Allianz wäre damit der erste private Investor aus Deutschland in dem EU-Fonds. Ebenfalls prüft auch die Schwarz-Gruppe ihren Einstieg. Der Scaleup Europe-Fonds soll im zweiten Quartal 2026 seinen Betrieb aufnehmen. Das Geld soll in junge Tech-Unternehmen in der EU investiert werden, die in den Bereichen KI, Quantencomputing, Halbleiter, Robotik, Biotech, Medizin oder fortschrittliche Werkstoffe tätig sind.
ChatGPT wird zum Versicherungsvermittler
OpenAI hat erstmals Versicherungs-Apps in ChatGPT zugelassen. Zum Start sind zwei Anbieter dabei, der spanische Digitalversicherer Tuio mit Hausratversicherungen und die US-Vergleichsplattform Insurify für Kfz-Versicherungen. Erstmals können Nutzer so innerhalb der KI-Plattform personalisierte und bindende Versicherungsangebote erhalten und perspektivisch sogar direkt abschließen. Damit entwickelt sich ChatGPT vom Informations- zum Transaktionskanal für regulierte Finanzprodukte. Hierzulande gibt es so eine Integration bisher nicht. Ein Start in Deutschland ist bislang auch nicht angekündigt.
Generali Core Tech geht an den Start
Der italienische Versicherer Generali schaltet bei seiner digitalen Transformation einen Gang höher: Mit der Gründung von "Generali Core Tech" etabliert der Konzern eine interne Softwarefabrik, die als Kompetenzzentrum mit rund 150 Expert:innen fungieren soll. Sie wird von GenAI-gestützten Tools unterstützt und eng mit den lokalen Teams in den verschiedenen Geschäftsbereichen zusammenarbeiten. Generali Core Tech wird die Plattform von RGI nutzen, einem führenden Anbieter von Versicherungssoftware in Europa. Generali Core Tech wird sich auf die Verwaltung und Weiterentwicklung von „Insurance in a Box” konzentrieren, einer gemeinsamen Kernversicherungsplattform für Lebens- und Sachversicherungen.










