von Maik Entrich
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15. Oktober 2026
Die 50 größten Schaden-/Unfallversicherer konnten ihre versicherungstechnische Lage im Geschäftsjahr 2025 deutlich verbessern. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen im Durchschnitt um 7,6 Prozent auf 1.732,18 Mio. Euro. Gleichzeitig gingen die Schadenaufwendungen erstmals seit mehreren Jahren leicht zurück und beliefen sich auf durchschnittlich 1.108,24 Mio. Euro. Infolge dieser Entwicklung sank die Combined Ratio deutlich von 96,7 Prozent auf 90,6 Prozent. 48 der 50 untersuchten Versicherer lagen damit unter der kritischen Marke von 100 Prozent. Auch beim versicherungstechnischen Ergebnis zeigt sich die verbesserte Lage: Der durchschnittliche Gewinn vor Veränderung der Schwankungsrückstellung erhöhte sich von 29,93 Mio. Euro auf 99,98 Mio. Euro. Kfz-Versicherung vollzieht versicherungstechnische Trendwende Nach mehreren schwierigen Jahren zeigte sich 2025 eine deutliche Entspannung in der Kraftfahrtversicherung. Die gebuchten Bruttoprämien der 50 größten Kfz-Versicherer erhöhten sich im Durchschnitt um 13,2 Prozent auf 687,74 Mio. Euro. Die Schadenaufwendungen stiegen mit 6,0 Prozent auf 546,68 Mio. Euro deutlich schwächer. Entsprechend verbesserte sich die Combined Ratio von 106,0 Prozent auf 98,9 Prozent und unterschritt damit erstmals seit 2021 wieder die kritische Marke von 100 Prozent. 29 der 50 untersuchten Versicherer erreichten 2025 eine Combined Ratio von weniger als 100 Prozent – im Vorjahr waren es lediglich elf. Auch beim versicherungstechnischen Ergebnis zeigte sich eine deutliche Erholung: Auf einen durchschnittlichen Verlust von 21,13 Mio. Euro im Vorjahr folgte 2025 ein Gewinn von 8,59 Mio. Euro. Damit hat das Kfz-Geschäft 2025 eine versicherungstechnische Trendwende vollzogen, auch wenn die Profitabilität bei einem Teil der Versicherer weiterhin unter Druck steht. Wohngebäudeversicherung kehrt ins Plus zurück Auch in der Wohngebäudeversicherung hat sich die versicherungstechnische Situation 2025 erheblich verbessert. Während die gebuchten Bruttoprämien im Durchschnitt um 7,9 Prozent auf 271,64 Mio. Euro stiegen, gingen die Schadenaufwendungen um 16,3 Prozent auf 146,71 Mio. Euro zurück. Die Combined Ratio sank entsprechend deutlich von 96,5 Prozent auf 80,7 Prozent. Während 2024 noch 22 der 50 untersuchten Versicherer oberhalb der 100-Prozent-Marke lagen, waren es 2025 nur noch zwei. Auch das versicherungstechnische Ergebnis kehrte in den positiven Bereich zurück: Nach einem durchschnittlichen Verlust von 13,85 Mio. Euro im Vorjahr erwirtschafteten die Wohngebäudeversicherer 2025 einen Gewinn von durchschnittlich 13,91 Mio. Euro. Aufgrund der hohen Schwankungsanfälligkeit der Schadenbelastung in diesem Versicherungszweig ist diese Entwicklung jedoch als jahresbezogene Verbesserung und nicht als Hinweis auf eine dauerhaft entspannte Schadensituation zu verstehen. Hausratversicherung profitiert von rückläufigen Schadenaufwendungen Die Hausratversicherung verzeichnete 2025 eine deutlich günstigere Schadenentwicklung. Die durchschnittlichen gebuchten Bruttoprämien stiegen um 2,8 Prozent auf 70,43 Mio. Euro, während die Schadenaufwendungen um 12,4 Prozent auf 27,37 Mio. Euro zurückgingen. Dadurch verbesserte sich die Combined Ratio von 81,0 Prozent auf 74,7 Prozent. Keiner der 50 betrachteten Hausratversicherer überschritt 2025 die kritische Marke von 100 Prozent. Das versicherungstechnische Ergebnis erhöhte sich zugleich um mehr als die Hälfte von 8,67 Mio. Euro auf durchschnittlich 13,25 Mio. Euro. Insgesamt präsentiert sich der Versicherungszweig damit wieder in einer deutlich verbesserten versicherungstechnischen Verfassung. Schadenanstieg belastet Haftpflichtversicherung Gegenläufig entwickelte sich 2025 die Haftpflichtversicherung. Während die gebuchten Bruttoprämien der 50 untersuchten Versicherer lediglich um 1,3 Prozent auf durchschnittlich 176,45 Mio. Euro zunahmen, erhöhten sich die Schadenaufwendungen deutlich um 13,9 Prozent auf 108,94 Mio. Euro. Die Combined Ratio verschlechterte sich dadurch von 86,5 Prozent auf 91,3 Prozent. Insgesamt 15 Versicherer lagen 2025 oberhalb der kritischen Marke von 100 Prozent – im Vorjahr waren es lediglich fünf. Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung beim versicherungstechnischen Ergebnis: Der durchschnittliche Gewinn sank von 16,60 Mio. Euro auf nur noch 3,89 Mio. Euro. Der Haftpflichtzweig blieb damit zwar profitabel, die Ertragslage hat sich gegenüber den Vorjahren jedoch spürbar eingetrübt. Unfallversicherung bleibt ertragsstark Die private Unfallversicherung zählt weiterhin zu den ertragsstärksten Versicherungszweigen. Die gebuchten Bruttoprämien stiegen 2025 moderat um 1,8 Prozent auf durchschnittlich 130,48 Mio. Euro, während die Schadenaufwendungen um 4,1 Prozent auf 70,32 Mio. Euro zurückgingen. Gleichwohl verschlechterte sich die durchschnittliche Combined Ratio leicht von 76,7 Prozent auf 78,9 Prozent. Vier der 50 betrachteten Unfallversicherer lagen oberhalb der 100-Prozent-Marke. Das versicherungstechnische Ergebnis ging ebenfalls leicht von 26,85 Mio. Euro auf 25,45 Mio. Euro zurück, bewegt sich damit aber weiterhin auf einem hohen Niveau. Insgesamt bleibt die Ertragslage der Unfallversicherer ausgesprochen stabil. Rechtsschutzversicherung weiterhin in robuster Verfassung Auch die 25 größten Rechtsschutzversicherer konnten das Geschäftsjahr 2025 erfolgreich abschließen. Das durchschnittliche Beitragsvolumen stieg um 6,1 Prozent auf 238,38 Mio. Euro. Mit 6,2 Prozent nahmen die Schadenaufwendungen auf 140,93 Mio. Euro nahezu im gleichen Maße zu. Dennoch verbesserte sich die Combined Ratio erneut und sank von 90,3 Prozent auf 89,1 Prozent. Keiner der betrachteten Rechtsschutzversicherer überschritt 2025 die kritische Marke von 100 Prozent. Auch das versicherungstechnische Ergebnis entwickelte sich positiv und erhöhte sich von 17,17 Mio. Euro auf durchschnittlich 18,52 Mio. Euro